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Montag, 06.07.2026 15:37 Uhr

Interview mit Kurt Schallehn und André Scheuer

„Update für unser Schlossparkstadion“

Am späten Nachmittag unter der Woche ist es trubelig im Brühler Schlossparkstadion. Etwa 60 Kinder dribbeln, passen und schießen auf dem Fußballplatz hinter dem traditionellen Stadionoval, auf dem ebenfalls einige Nachwuchs-Leichtathleten trainieren. Eine sportlich tolle Kulisse, in der die Verantwortlichen des größten Brühler Fußballclubs vom SC Brühl Bilanz zur abgelaufenen Saison ziehen. Als Vorsitzender stellt sich André Scheuer gemeinsam mit seinem Jugendleiter Kurt Schallehn den Fragen.

Das Gesicht der Fußballanlage hat sich hier sehr gewandelt. Was ist passiert, Herr Scheuer?

André Scheuer: Das stimmt. Wir haben in den letzten Monaten viel Zeit und Geld investiert, um mit einer eigenen Anzeigetafel den Platz aufzuwerten. Hinzu kommt unsere neu angebrachte Bandenwerbung und natürlich der neue Kunstrasenplatz, der noch Teil eines Vertrages der Stadt Brühl war als das Stadion vor über einem Jahrzehnt saniert wurde. Alles in allem ist das in jedem Fall ein Update für unser Schlossparkstadion.

Abstieg bei den Senioren, hochklassige Leistungen im Jugendbereich – wo steht der SC Brühl im Sommer 2026?

André Scheuer: Sportlich war das wirklich eine höchst unterschiedliche Saison, aber mit 15 Nachwuchsmannschaften und zwei Seniorenteams ist das nicht überraschend. Unsere Erste ist bereits mit einer durchwachsenen Vorbereitung gestartet und dann mussten wir relativ schnell sehen, dass es für die Bezirksliga einfach nicht gereicht hat. Jetzt freuen wir uns auf die Begegnungen mit unseren Stadtrivalen in der Kreisliga A. In der Zweiten war die Stimmung lange gut bis uns aufgrund des Personalmangels der Abstiegsstrudel erwischt hat. Es war dann einfach klasse wie viele ehemalige Spieler und Trainer den Spielbetrieb unserer Zweiten gesichert haben – dafür noch einmal meinen herzlichsten Dank. In beiden Teams haben wir bereits mit dem Neuaufbau begonnen und da kommt die erfreuliche Entwicklung unserer Jugendarbeit zum Tragen. Letztlich bieten wir damit allen Nachwuchskickern eine Option im Erwachsenenbereich.

Kurt Schallehn: Bereits jetzt sind erste Jugendspieler in die Erste Mannschaft gerückt und das soll auch die Zukunft sein. Einfach mehr Brühler in den Seniorenteams so wie es im Nachwuchs auch ist. Wir haben jetzt sowohl in der A- als auch B-Jugend starke Jahrgänge, die sich in die Bezirksligaqualifikation gekämpft haben. Unsere U16 agierte dabei sogar auf Augenhöhe mit dem FC-Partnerclub Rhein-Süd Köln und hat den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Darunter ist unsere Basis sehr breit: vom Fußballkindergarten bis zur C-Jugend sind wir fast ausnahmslos voll besetzt, sodass der heutige Trubel hier auf der Anlage die Regel ist. Bei etwa 400 Mitgliedern und stetem Zulauf ist das kein Wunder. Die beiden großen Herausforderungen sind für uns, engagierte Trainer zu finden und jedem Team genügend Trainingszeit zur Verfügung stellen zu können.

Reichen die Platzkapazitäten?

Schallehn: Es ist eng, keine Frage. Als der Kunstrasen saniert wurde, konnten wir zum Teil auf den Naturrasen ausweichen und haben uns da mit den Leichtathleten von BTV und THC abgestimmt. Unser Fußballkindergarten darf ganzjährig in der Halle trainieren und unseren Trainingsbetrieb entlastet es in den Wintermonaten, wenn zumindest die Grundschulkinder auch mal in einer Halle trainieren dürfen. Unsere Trainer sind zum Glück extrem versiert und legen gerade in den unteren Bereichen viel Wert auf die Einzelentwicklung jedes Kindes, das immer einen Ball am Fuß haben sollte.

Scheuer: Und es geht ja um mehr als Fußball.

Worum geht es noch?

Scheuer: Es geht um die gemeinsame Zeit rund um den Fußball. Wir haben kein eigenes Vereinsheim, denn der „Glaskasten“ ist mittlerweile selbst ein Sportraum geworden, der für Ski-Gymnastik, Capoeira oder Yoga von anderen Vereinen genutzt wird. Der Stadt fehlt es an Sportflächen, sodass sie das mögliche Clubheim für andere Zwecke ausgewiesen hat, aber sie weiß um unsere Situation. Wir wollen den Jugendlichen einen sicheren Ort auch vor und nach dem Training bieten, denn der Bedarf ist da.

Schallehn: Hier finden sich viele Freunde, die sich ohne unser Angebot nicht kennengelernt hätten und darauf kommt es am Ende an. Auch, wenn wir sehr stolz auf unsere neue Anzeigentafel sind, erfolgreiche Vereinsarbeit zeigt sich gerade bei den Kids nicht unbedingt auf so einer Anzeigentafel, sondern in gemeinsamen Veranstaltungen und dem gelebten Zusammenhalt.

Und wie soll das in Zukunft erreicht werden?

Schallehn: Unser Vorstandskollege, Ganesh Pundt, hat einmal das Motto ausgegeben „Für Brühl aus der Breite in die Spitze“. Vielleicht können wir das in Zukunft ergänzen um „Familiär für Brühl...“, denn wir wollen lokale Identifikation und Verbundenheit fördern. Für uns bleibt wichtig, dass wir zum Beispiel unseren gemeinsamen Weihnachtsmarkt und unser etabliertes Hallenturnier ausrichten, woran sich Junioren und Senioren beteiligen. Gleiches gilt auch für unsere Fußballcamps, die wir in den Schulferien für alle Kinder anbieten – eine Mitgliedschaft bei uns ist nicht erforderlich.

Scheuer: Wie gesagt: „mehr als Fußball“ bedeutet, wir begrüßen auch helfende Hände, die sich nicht mit Fußball auskennen, sondern Teamtage abseits des Platzes organisieren oder bei Vereinsfesten helfen. Dafür brauchen wir auch fitte Senioren, gerne Großeltern, die die Mannschaften begleiten und vielleicht abends im Glaskasten nach dem Training einen Raum zum Verbleiben anbieten. Eine Alt-Herrenmannschaft, vielleicht auch als Walking-Football-Team, wäre auch eine Möglichkeit. Dieses Format haben wir in diesem Sommer bei dem „Markt der Möglichkeiten: Älterwerden in Brühl“ auf dem Balthasar-Neumann-Platz demonstriert. Interessierte können sich gerne bei mir melden!